DIE SPRACHFÖRDERUNG IN DEN GERLINGER KINDERGÄRTEN

familientreff_slider_05Seit Oktober 2002 organisiert der Familien- Treff e.V. in Zusammenarbeit mit der Stadt Gerlingen die Sprachförderung in den Gerlinger Kindergärten. Die Kosten trägt im Wesentlichen die Stadt; ergänzend gibt es einen jährlichen Landeszuschuss, der unter bestimmten Voraussetzungen zusätzlich gewährt wird.

Den Anfang machte der Kindergarten Blumenstraße, denn dort gab es im Herbst 2002 den größten Bedarf an Sprachförderung. Für diese Tätigkeit konnten wir Ilse Fleig gewinnen, die sowohl durch ihre Berufspraxis als Grundschullehrerin als auch durch ihre Anstellung bei der italienischen Botschaft, wo sie Deutschunterricht für italienische Kinder anbot, die passenden Voraussetzungen mitbrachte. In Anlehnung an die Leitlinien des Sprachförderungsprogramms des Landes Baden-Württemberg entwarf sie für den Familien-Treff e.V. und die Stadt Gerlingen die „Leitlinien zur Sprachförderung in Kindertageseinrichtungen“, die der Tätigkeit der Gerlinger Sprachhelfer zu Grunde liegt. Sie gelten insbesondere für Kinder fremdsprachlicher Eltern bzw. Elternteile; aber auch für deutsche Kinder mit Sprachdefiziten: Sprachförderung wird ganzheitlich durchgeführt, d. h. in lebendigen, konkreten, für das Kind relevanten Lebensbezügen. Durch kindgemäße Spielsituationen werden die Kinder zum Hören und Sprechen angeregt. Dabei wird die Neugierde und der Spieltrieb dieses Alters (3-6 Jahre) genutzt. Durch das Hören von Geschichten und Reimen, durch das Singen von Kinderliedern und auch durch Rollenspiele wird der Kontakt und die Kommunikation gefördert. Die Sprachförderung ist jedoch kein Ersatz für eine evtl. zusätzlich notwenige logopädische Behandlung.

Im Februar 2003 wurde auch dem Kindergarten Hofwiesenstraße eine Sprachhelferin zur Seite gestellt. Zu Beginn des Projektes wurden vom Land Baden-Württemberg nur Kinder mit Migrationshintergrund gefördert; aber seit 2006 profitieren auch deutsche Kinder mit sprachlichen Defiziten von der Förderung. Außerdem konnte im Kindergarten Blumenstraße die Sprachförderung inzwischen auch auf die Eltern der unterrichteten Kinder ausgeweitet werden. Dies ist ein wichtiger Baustein, der die Sprachentwicklung in der Familie und damit auch die Kommunikation nach außen und somit die allgemeine Integration fördert.

In den darauf folgenden Jahren meldeten nach und nach weitere Kindergärten Bedarf an. Zur Zeit sind fünf Sprachhelferinnen in acht Kinder- gärten im Einsatz und betreuen 2012 in etwa 1 27 Kinder. Sie ergänzen die Arbeit der Erzieherinnen durch dies zusätzliche Angebot, die deutsche Aussprache zu verbessern, die Integration zu fördern und die nötigen Umgangs-
formen spielerisch zu erlernen.

Wir freuen uns über das, was wir bis jetzt erreicht haben und werden die Familien auch weiterhin in diesem Bereich unterstützen und fördern.